Das Handy als Renaissance des Ghettoblasters
Mit dem Ghettoblaster konnte man schon damals Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sich abgrenzen, anstoßen und auffallen. Gleichzeitig noch die zur Schaustellung seiner Individualität und seines Musikgeschmacks.
Das zornige Gezeter der älteren Semester hat sein übriges getan, Menschen im Zug forthin mit Scheißmusik zu beschallen.
Das Masseträgheitsgesetz wirkte anscheinend aber die letzten Jahre stärker als üblich (will sagen die Faulheit wuchs), und so waren selbst die Blaster 2.0 (mit MP3 CD Funktion) aus dem öffentlichen Leben verdrängt. Rühmliche Ausnahme höchstens von den Punks aber für viele Teenage-Hip-Hopper war das viel zu anstrengend – und man bedenke dazu die ganzen Batterien:
MuttiBitch, kaufste mir noch welche?- Maximilian!
MuttiBitch, man nennt mich Mc Hasenbraten!- Kauf dir die Batterien selbst
- Trägst du mir dann die Anlage zu meiner Posse, Bitch?
Aber seit auch in den subventionierten Handys ein Lautsprecher eingebaut ist, ist das Leben für uns arme Pendler wieder schlecht geworden. Der heutige Provokationsakt gipfelte in “leicht” frauenfeindlichen Tönen, die die jungen Gangster in höchstes Verzücken versetzte. Zu den rauen Tönen gesellte sich also noch glockenhelles Gekicher – ein etwas bizarres Bild.
